Atuk: sie und wir von Michel Jean. Michel Jean erzählt in Atuk aus ihrer Perspektive die Geschichte seiner Großmutter Jeannette

„Manchmal bietet das Leben Chancen,
die ebenso unwahrscheinlich wie wunderbar sind.“

Michel Jean erzählt in Atuk aus ihrer Perspektive die Geschichte seiner Großmutter Jeannette, die neben seiner Urgroßmutter Almandra, seiner Kukum, die zweite starke Frau der Familie Siméon war, deren ursprünglicher Name Atuk lautete:

Atuk: sie und wir
von Michel Jean
Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn
Wieser Verlag
(31. März 2022)
Gebundene Ausgabe: ‎ 220 Seiten
Lesebändchen
ISBN-13: ‎ 978-3990295007
Originaltitel: ‎ Atuk
Gebundenes Buch 21,00 €

zur Verlagsinfo
Atuk von Michel Jean

Buchzitat: Durch ihre Heirat mit einem Mischling, der als Weißer gilt, verliert sie nach dem Indianergesetz ihren Status als Indianerin, muss das Reservat verlassen und in die Stadt ziehen, wo sie elf Kinder großzieht.

Aufgrund dieser Situation wächst auch Michel Jean in der Stadt auf, außerhalb der Innu-Gemeinschaft.

In einem zweiten Strang erzählt er, wie er seine Familie und seine Kultur entdeckt und sich nach und nach seiner Identität als Innu bewusst wird, ein schwieriger Prozess, in dem er auch immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt wird.

Über sein Volk und seine Familie zu schreiben wird für ihn zu einer Möglichkeit, seine und die Geschichte seines Volks, dessen Sprache zu lernen ihm verwehrt war, kennenzulernen und sich mit ihr zu identifizieren und die Geschichte der Ureinwohner zu erzählen, die in den Geschichtsbüchern so gut wie nicht vorkommt.

Atuk von Michel Jean

Michel Jean, geboren 1960, ist Innu aus der Gemeinde Mashteuiatsh am Lac Saint-Jean (Québec). Nach einem Studium der Geschichte und Soziologie arbeitet er seit 1988 als Journalist und Moderator für die französischkanadischen Fernsehsender Radio Canada Info und, seit 2005, TVA Nouvelles.

Michel Jean ist mit acht Romanen und zwei Anthologien mit Erzählungen indigener Autorinnen und Autoren aus Québec einer der wichtigsten indigenen Autoren Québecs.

Im Oktober 2021 erschien sein Roman Tiohtiá:ke (Montréal in der Sprache der Mohawk).

Sein Roman Kukum verkaufte sich weit über 100.000 Mal in Québec und wurde im Herbst 2020 mit dem renommierten Prix littéraire France-Québec und im Herbst 2021 mit dem erstmals verliehenen Prix littéraire Nature Nomade ausgezeichnet.

Atuk von Michel Jean

Michael von Killisch-Horn wurde 1954 in Bremen geboren. Seit dem Studium der Romanistik, Germanistik und Deutsch als Fremdsprache in München arbeitet er als Übersetzer aus dem Französischen und Italienischen. Seit einem dreimonatigen Aufenthaltsstipendium 2013 in Montréal interessiert er sich auch verstärkt für die Literatur Québecs und verbringt jedes Jahr mehrere Wochen in Montréal.

Im Herbst 2020 erschien ein von Michael von Killisch-Horn herausgegebenes Heft der Literaturzeitschrift die horen mit aktueller Literatur aus Québec, 2021 ein zusammen mit Reinhard Lechner und Guy Jean zusammengestellter Schwerpunkt mit Lyrik aus der Québecer Region Outaouais in der Literaturzeitschrift lichtungen.

Buchpräsentation:Kukum bei schmitts.info

Atuk von Michel Jean

Wiki-info: Michel Jean (* 22. März 1960 in Alma, Kanada) ist ein kanadischer Autor, Journalist und Nachrichtensprecher. Er schreibt in Französisch und ist der einzige autochthone Journalist, der in der Provinz Québec im Fernsehen zu sehen ist.

Michel Jean: Leben und Werk

Michel Jeans Mutter ist eine Innu der First Nation von Mashteuiatsh, Saguenay–Lac-Saint-Jean. Seine Großmutter wurde noch in der Wildnis geboren, die Mutter musste das Reservat verlassen, als sie einen Weißen heiratete. Michel war schon als Kind ein begeisterter Leser. Er absolvierte das Masterstudium in Geschichte an der Université du Québec à Montréal und arbeitet seit 1985 als Journalist.

Auf Anregung seines Lektors entstand 2008 der Roman Envoyé spécial, der auf Ereignissen basierte, die er als Journalist im Ausland erlebt hatte. Bis November 2021 veröffentlichte Jean acht weitere Romane, die er neben seiner Tätigkeit bei Rundfunk und Fernsehen verfasste.

Sein Werk Le vent en parle encore (auch als Maikan erschienen) erzählt die Geschichte der Internatschulen in die im Alter von fünf Jahren 80.000 autochthone Kinder, von ihren Eltern getrennt zur Zwangsassimilation eingewiesen wurden.

Michel Jean hatte das Thema während seiner Arbeit bei Radio-Canada in Saskatchewan und in Toronto behandelt. In Saskatchewan wurde die letzte Internatsschule 1996 geschlossen. Die Vorgänge waren erst im 21. Jahrhundert Gegenstand einer Versöhnungskommission.

Jeans Bestseller Kukum erhielt 2020 den prestigeträchtigen Prix littéraire France-Québec, der jährlich von einer französischen Jury verliehen wird. Sein Werk erzählt das Leben der Urgroßmutter des Autors und den Innu von Pekuakami. Almanda war eine weiße Frau, die sich für den Lebensstil der Innu-Gemeinde entschied, indem sie den 16-jährigen Thomas Siméon heiratete. Als einziger Nichtfranzose war Jean im selben Jahr Finalist beim Jacques-Lacarrière-Preis.

« C’est l’occasion de m’exprimer sur des sujets qui sont plus personnels que ce que le journalisme me permet. … Ça me permet de raconter les histoires des Autochtones parce que nos histoires n’existent nulle part. Elles ne sont pas dans les livres d’histoire et on ne les apprend pas à l’école. Si nous, on ne les écrit pas, qui va les écrire? »

Dies ist die Gelegenheit, mich zu Themen zu äußern, die persönlicher sind, als es mir der Journalismus erlaubt. … Es erlaubt mir, die Geschichten der Autochthonen zu erzählen, weil unsere Geschichten nirgendwo existieren. Sie stehen nicht in Geschichtsbüchern und werden nicht in der Schule gelehrt. Wenn wir sie nicht aufschreiben, wer schreibt sie dann?
– Michel Jean

Die Autoren A. E. van Vogt, Romain Gary und zum Teil auch Ryszard Kapuscinski hatten einen großen Einfluss auf Michel Jean.

Michel Jean: Auszeichnungen (Auswahl)

2006: Prix Judith-Jasmin in der Kategorie „Nachrichten“
2020: Prix littéraire France-Québec für Kukum
2021: Prix Nature Nomade für Kukum.

Michel Jean: Werke
Michel Jean: Romane:

Envoyé spécial. Stanké, Montréal 2008; 2011. ISBN 978-2-89455-669-6,
Un monde mort comme la lune. Montréal 2009; 2014. ISBN 978-2-89722-000-6.
Une vie à aimer. Montréal 2010; 2014. ISBN 978-2-92366-274-9.
Elle et nous. Montréal 2012; 2016 ISBN 978-2-76480-558-9.
Atuk, elle et nous. Libre Expression, Montréal 2021. ISBN 978-2-76481-495-6.
Le vent en parle encore. Montréal 2013; 2015.
Maikan. La Roche-sur-Yon 2021. ISBN 978-2-902039-18-0.
La belle mélancolie. Libre Expression, Montréal 2015. ISBN 978-2-76481-104-7.
Tsunamis. Libre Expression, Montréal 2017. ISBN 978-2-76481-200-6.
Kukum. Libre Expression, Montréal 2019; La Roche-sur-Yon 2020. ISBN 978-2-902039-09-8.
Tiohtiá:ke. Libre Expression, Montréal 2021. ISBN 978-2-764814-13-0.

Michel Jean: Herausgeber

mit Marie Josée Turgeon: Pourquoi cours-tu comme ça? Stanké, Montréal 2014. ISBN 978-2-76041-161-6.
Amun. Stanké, Montréal 2016; La Roche-sur-Yon 2019. ISBN 978-2-902039-02-9.
Amun. (englisch) Exile Editions, Holstein Ontario 2020.
Amun. (deutsch) Wieser, Klagenfurt 2020. ISBN 978-3-99029-386-7.
Wapke. Stanké, Montréal 2021. ISBN 978-2-76041-279-8.

Michel Jean: Kurzgeschichte (Auswahl)

Wo bist du? – Where are you? – Où es-tu? Jeweils in: Amun.
(siehe oben)

Michel Jean: Ratgeber

mit Karyne Boudreau und Elsa Babaï: JE. Le guide de survie du consommateur québécois. Trécarré, Montréal 2007. ISBN 978-2-89568-348-3.

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