Eine glänzende akademische Karriere vor Augen, stürzt eine fatale Diagnose den jungen Wissenschaftler in tiefe Verzweiflung. Doch der allzu früh drohende Tod lässt ihn auch eine seltsame Gemeinschaft mit dem griechischen Helden Achill empfinden:

Mein Jahr mit Achill:
Die Ilias, der Tod und das Leben
von Jonas Grethlein
‎ C.H.Beck Verlag
(17. Februar 2022)
Gebundene Ausgabe: ‎ 208 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3406782060
Amazon Bestseller Nr. 1 in Literatur – Antike & Mittelalter

Buchzitat: Eine glänzende akademische Karriere vor Augen, stürzt eine fatale Diagnose den jungen Wissenschaftler in tiefe Verzweiflung. Doch der allzu früh drohende Tod lässt ihn auch eine seltsame Gemeinschaft mit dem griechischen Helden Achill empfinden.

Beide stehen in der Blüte ihres Lebens, beide müssen erfahren, dass sich das blinde Schicksal nicht für ihre Hoffnungen, Pläne und Wünsche interessiert.

Die Konfrontation mit Achill wie in einem jahrtausendealten Spiegel wird für Jonas Grethlein zu einer existentiellen Erfahrung. So ist ein Buch entstanden, das sich keinem Genre unterwirft – persönliche Erzählung, brillante Homer-Interpretation und eine eindringliche Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Menschseins.

Rachsüchtig, zornig und gewalttätig – so erscheint Achill in der Ilias des Homer. Schwerlich eine Gestalt, der man sich in tiefer Verzweiflung auf der Suche nach Trost und Orientierung zuwendet.

Und doch ist es ebendieser düstere Held, mit dem der Altphilologe Jonas Grethlein die Auseinandersetzung sucht, als er im Alter von 27 Jahren schwer erkrankt. Die Diagnose wischt mit einer schnellen Bewegung den Erwartungshorizont weg, der, über Jahre aufgebaut, seinen hoffnungsfrohen Lebensentwurf grundiert hatte – und sie lässt ihn zugleich die eisige Luft spüren, in der sich auch Achill in der Ilias bewegt.

Im «Besten der Achaier», der, den eigenen Tod vor Augen, in die Schlacht um Troja zurückkehrt, erkennt der Autor das aus seiner Krankheitserfahrung erwachsende Bewusstsein existentieller Verletzlichkeit wieder. So kommt es zu einer Lektüre der Ilias, wie es sie noch nie gegeben hat.

Auf zutiefst berührende Art und Weise verwebt Grethlein sein Schicksal mit den großen Fragen, die Homers Epos seit Jahrtausenden den Menschen stellt. Dabei zwingt die unhintergehbare Ernsthaftigkeit seiner Situation den Autor zu einer mitunter verstörenden Offenheit und Ehrlichkeit sich selbst und seinen Leserinnen und Lesern gegenüber.

Aber sie lässt ihn auch ein tiefes Verständnis der Ilias als einer heute noch relevanten Reflexion über die Kontingenz allen menschlichen Lebens gewinnen.

Der Heidelberger Gräzist Jonas Grethlein hat umfassend mit der Ilias auseinandergesetzt. Kurz darauf erhält er eine Krebsdiagnose. Nun liest der Altphilologe nochmals die Ilias und schreibt ein Buch darüber.

Die Ilias (und auch die Odyssee) beeinflusste durch ihr frühes Entstehen und die Komplexität des Inhalts sehr viele Literaturgattungen, Autoren, Künstler und Wissenschaftler Europas – sei es als Fortführung oder Umdeutung.

Jonas Grethlein lehrt an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Klassische Philologie. Im Verlag C.H.Beck ist von ihm lieferbar: „Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens“ (2017).

Jonas Grethlein, der Sohn des evangelischen Theologen Christian Grethlein, studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Klassische Philologie und Geschichte, von 1997 bis 1999 an der Georg-August-Universität Göttingen, von 1999 bis 2000 am Trinity College der University of Oxford, ab 2000 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Hier wurde er 2002 mit der Dissertation Asyl und Athen: Die Konstruktion kollektiver Identität in der griechischen Tragödie mit dem Prädikat summa cum laude promoviert, für die er von der Stiftung Humanismus heute mit dem Günter-Wöhrle-Preis ausgezeichnet wurde.

Kurz nach Abschluss seiner Habilitation (2005) wurde bei ihm Blasenkrebs diagnostiziert mit einer Chance, die nächsten zehn Jahre zu überleben, von nur 17 Prozent. Die Auseinandersetzung mit dieser Diagnose und ihren Auswirkungen auf sein Leben reflektiert er in seinem 2022 erschienenen Buch Mein Jahr mit Achill ….

Publikationen (Auswahl)

Asyl und Athen. Die Konstruktion kollektiver Identität in der griechischen Tragödie (= Drama. Beiträge zum antiken Drama und seiner Rezeption. Beiheft 21). Metzler, Stuttgart/Weimar 2003, ISBN 3-476-45309-9 (zugleich Dissertation, Universität Freiburg im Breisgau 2002).
Das Geschichtsbild der Ilias. Eine Untersuchung aus phänomenologischer und narratologischer Perspektive (= Hypomnemata. Untersuchungen zur Antike und zu ihrem Nachleben. Band 163). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-25262-5 (zugleich Habilitationsschrift, Universität Freiburg im Breisgau 2004).
Littells Orestie. Mythos, Macht und Moral in Les Bienveillantes (= Paradeigmata. Band 9). Rombach, Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9611-5.
als Hrsg. mit Antonios Rengakos: Narratology and Interpretation. The Content of Narrative Form in Ancient Literature (= Trends in Classics. Supplement-Band 4). Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-021452-9.
The Greeks and their Past. Poetry, Oratory and History in the Fifth-Century BCE. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-11077-8 (Paperback-Ausgabe 2013).
als Hrsg. mit Christopher B. Krebs: Time and Narrative in Ancient Historiography. The „Plupast“ from Herodotus to Appian. Cambridge University Press, Cambridge 2012, ISBN 978-1-107-00740-6.
Experience and Teleology in Ancient Historiography. Futures Past from Herodotus to Augustine. Cambridge University Press, Cambridge 2013, ISBN 978-1-107-04028-1.
Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-70817-6.
Mein Jahr mit Achill. Die Ilias, der Tod und das Leben. München 2022. ISBN 978-3-406-78206-0.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Jonas Grethlein

Die Ilias (altgriechisch Ἰλιάς Iliás), eines der ältesten schriftlich fixierten fiktionalen Werke Europas, schildert einen Abschnitt des Trojanischen Krieges.

Eine zeitliche Einordnung ihrer Entstehung ist schwierig, heutzutage datiert man sie ins 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. Das Epos umfasst 24 Bücher bzw. Gesänge, wie diese Abschnitte seit der Übersetzung durch Johann Heinrich Voß bezeichnet werden.

Die Ilias beruht auf frühgeschichtlichen Mythen und Erzählungen und wird traditionell Homer zugeschrieben (zur Verfasserschaft, auch hinsichtlich der Odyssee, siehe homerische Frage).

Die Ilias-Darstellung der Olympischen Götter dürfte erheblich zur Entwicklung einer nationalen griechischen Religion beigetragen haben und prägt bis in die Gegenwart die europäische Kunst- und Geisteswissenschaft.

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie Ilias
https://de.wikipedia.org/wiki/Ilias

Literatur
Kritische Ausgaben

Homeri Opera. Edidit Thomas W. Allen. Oxford 1902.
Tomus I. Ilias 1–12, ISBN 0-19-814528-4.
Tomus II. Ilias 13–24, ISBN 0-19-814529-2.
Όμήρου ἔπη, ἡ Ἰλιάς – ἡ Ὀδύσσεια (Homers Epen Ilias – Odyssee, Reihe „Libri Librorum“, Hrsg./NW: Paul Cauer), Insel Verlag, Leipzig 1921
Homerus: Ilias. Recensuit Helmut van Thiel. Hildesheim 1996, ISBN 978-3-487-09459-5.
Homeri Ilias. Recensuit/testimonia congessit Martin Litchfield West. Zwei Bände:
Volumen prius rhapsodias I-XII continens. Stuttgart/Leipzig 1998, ISBN 978-3-598-71434-4.
Volumen alterum rhapsodias XIII-XXIV et indicem nominum continens. München/Leipzig 2000, ISBN 978-3-598-71430-6.

Übersetzungen

Als Verfasser der ersten deutschsprachigen Fassung der Ilias, einer Prosaübersetzung, gilt Johann Baptista Rexius (1584). Eine weitere – heute wenig bekannte – Prosaübersetzung stammt von Karl August Kütner aus dem Jahre 1771.

Die am weitesten verbreitete und am stärksten nachwirkende Übersetzung in Hexametern stammt jedoch von Johann Heinrich Voß aus dem Jahre 1793. Zwar genügt sie nicht mehr dem heutigen Stand der Forschung und den Ansprüchen einer modernen Leserschaft, doch stellt diese Übersetzung eine einflussreiche Leistung in der Reihe der Übersetzungen des Werkes dar.

Homer: Ilias. Übersetzt von Karl August Kütner, Leipzig 1771 (in der Bibliotheca Augustana)
Homer: Ilias. Odyssee. Übersetzt von Johann Heinrich Voß. München 1957; Insel Taschenbuch, ISBN 3-458-32904-8 (bei digbib.org, beim Projekt Gutenberg)
In Fachkreisen hochgeschätzt ist Wolfgang Schadewaldts Ilias-Übertragung von 1975. Sie ist in freien Versen (beziehungsweise rhythmisierter Prosa) abgefasst und gilt als Übersetzung, die das Original am getreuesten ins Deutsche herüberbringt.
Homer: Ilias. Insel, Frankfurt 1975, ISBN 3-458-31853-4

Außer diesen wurden noch zahlreiche weitere Übersetzungen erstellt, zum Beispiel

Homer: Ilias. Neue Übersetzung, Nachw. und Register von Roland Hampe. 1979, ISBN 3-15-010290-1 (Übersetzung der Ilias in Hexametern)
Homer: Ilias. Neu übertragen von Raoul Schrott. Hanser, München 2008, ISBN 978-3-446-23046-0.
Von 2005 bis 2007 arbeitete Schrott im Auftrag des Hessischen Rundfunks an einer neuen Übersetzung in rhythmisierter Prosa, die vom Deutschlandfunk gesendet wird. (Hörspiel online, Homer, ILIAS. Übertragen von Raoul Schrott. Kommentiert von Peter Mauritsch)
Homer: Ilias, Übersetzung von Hans Rupé, Sammlung Tusculum, De Gruyter, 16. Auflage 2013.
Götter und Menschen im Trojanischen Krieg. Die 24 Bücher von Homers Ilias nach den Urtexten neu ins Deutsche übertragen von Ludwig Bernays, EDITION SIGNAThUR, Dozwil 2013, ISBN 978-3-908141-90-7
Homer: Ilias. Übersetzt von Kurt Steinmann. Manesse, München 2017, ISBN 978-3-7175-9022-4. Als Hörbuch, gesprochen von Christian Brückner, erschienen im Argon Verlag 2018 (21 Stunden und 49 Minuten).

Nacherzählungen
Für ein breiteres Lesepublikum hat es schon früh verschiedene Nacherzählungen des Ilias-Stoffes gegeben:

Gustav Schwab: Troja. Insel-Taschenbuch, Frankfurt/Leipzig 2004, ISBN 3-458-34717-8 (beschränkt sich nicht auf den Zorn des Achilleus, sondern schildert auch die Vorgeschichte des Krieges und die Eroberung Trojas)
Homerus, Ilias und Odyssee. Nacherzählt von Walter Jens. Bilder von Alice und Martin Provensen, Ravensburg 1956, ISBN 978-3-473-35503-7.
Franz Fühmann: Das hölzerne Pferd. Berlin 1968 (erzählt Ilias und Odyssee in leicht verständlicher und trotzdem anspruchsvoller Sprache).