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Habsburgs Kampf gegen den Aberglauben. Dokumentation gegen gegen den Aberglauben und dem Vampirismus

Habsburgs Kampf gegen den Aberglauben. Dokumentation gegen gegen den Aberglauben und dem Vampirismus

1731 wurden neun „Vampire“ bei Olmütz* auf dem Scheiterhaufen verbrannt, darunter sieben Kinder. Kaiserin Maria Theresia, die aufgeklärte Monarchin, will dem Treiben ein Ende setzen und beauftragt ihren Leibarzt Gerard van Swieten, Licht in die Sache zu bringen.

Erstmals wird nun in dieser Dokumentation der Kampf des Kaiserhauses Habsburg gegen den Aberglauben im Allgemeinen und dem Vampirismus im Speziellen behandelt. Gerard van Swieten, Kaiserin Maria Theresias Leibarzt, der als Reformer und Verfechter der Aufklärung vor allem wegen seines Auftretens gegen den Vampirismus und anderen Aberglauben weit über die Grenzen des Reiches bekannt wurde, diente Bram Stoker als Vorbild für seinen Helden, den Vampirjäger Van Helsing.

Auch die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Vampirromans führt nach Österreich: „Carmilla“, die 1872 entstandene Novelle des irischen Autos Sheridan Le Fanu, spielt in der Steiermark. Die Geschichte hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Bram Stokers „Dracula„.

Als tragende Rolle durch Film und Geschichte und als erzählende Figur dient Gerard van Swieten**, der in Reenactments seinen Kampf gegen Vampirismus und Aberglauben schildert. Der Film stützt sich dabei auf Archivdokumente, Memoiren und schriftliche Nachlässe, Zeitungsmeldungen und Berichte von Zeitzeugen.

Mit Experten und Protagonisten aus den Fachgebieten der Gerichtsmedizin und Geschichte werden die verschiedenen Aspekte und Facetten des Vampirismus und seines Ursprungs betrachtet. Dabei darf auch eine Fledermausexpertin und ein Vampirologe nicht fehlen.

ARTE (Vorankündigung)
Der Vampirjäger der Kaiserin
Habsburgs Kampf gegen den Aberglauben
Dokumentation/ A 2020

Maria Theresia von Österreich
(* 13. Mai 1717 in Wien
† 29. November 1780 in Wien)
war eine Fürstin aus dem Hause Habsburg

Die von 1740 bis zu ihrem Tod regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen zählte zu den prägenden Monarchen der Ära des aufgeklärten Absolutismus. Nach dem Tod des Wittelsbachers Karl VII. 1745 erreichte sie die Wahl und Krönung ihres Gatten Franz I. Stephan zum römisch-deutschen Kaiser.

Ohne eigene Hausmacht und ohne nennenswerte militärische oder politische Begabung widmete sich Franz Stephan vor allem der finanziellen Absicherung der kaiserlichen Familie, worin er sehr erfolgreich war. Die Regierungsgeschäfte der Habsburgermonarchie führte seine Frau allein. Wie jede Gattin eines Kaisers wurde sie, obwohl nicht selbst gekrönt, als Kaiserin tituliert.

Maria Theresia musste unmittelbar nach Antritt der Herrschaft den Österreichischen Erbfolgekrieg bestehen. Zwar büßte sie 1748 im Frieden von Aachen den größten Teil Schlesiens und die Grafschaft Glatz an Friedrich II. von Preußen sowie die Herzogtümer Parma und Piacenza und Guastalla an Philipp, Infant von Spanien, ein, konnte aber alle weiteren Habsburger-Besitzungen wahren.

In der Folge betrieb sie eine umfassende Reformpolitik in verschiedenen Bereichen. Dazu gehörten die Staatsorganisation, das Justiz- und das Bildungswesen. In der Wirtschaftspolitik verfolgte sie eine neuere Form des Merkantilismus. Im Sinne des aufgeklärten Absolutismus wurde die Bedeutung der Stände und partikularen Kräfte zurückgedrängt und dadurch der Zentralstaat gestärkt.

Außenpolitisch suchte Maria Theresia den Ausgleich mit Frankreich. Nach dem Siebenjährigen Krieg musste sie endgültig auf Schlesien verzichten. Im Zuge der Ersten Polnischen Teilung erwarb sie Galizien.

Nach dem Tod ihres Ehemannes 1765 machte sie ihren Sohn Joseph II., der bereits als designierter Nachfolger des Vaters 1764 zum römisch-deutschen König gekrönt worden war, zum Mitregenten in den habsburgischen Erblanden.

Allerdings erwies sich aufgrund unterschiedlicher politischer Vorstellungen die Zusammenarbeit zwischen Mutter und Sohn als relativ schwierig. Joseph II. war der erste Monarch des durch seine Eltern begründeten Hauses Habsburg-Lothringen, das bis 1918 regierte.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria Theresia

Olmütz*: Olmütz ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungssitz der Olmützer Region. Die Stadt ist Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen Obergerichte. Sie war bis ins 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens und ist heute ein Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum.

Das Wappen wurde 1758 mit dem österreichischen Bindenschild und den Initialen „FMT“ als Mittelschild geschmückt. Anlass war die Verleihung dieses Wappenteils durch Maria Theresia als Anerkennung der Standhaftigkeit der Festung Olmütz gegen preußische Truppen unter König Friedrich II.

Die Initialen standen für Kaiser Franz I. und die Kaiserin. Auch wurde eine Kette um den Schild als Zeichen der Stadtbefestigung gelegt. Diese Wappenbesserungen wurden 1934 entfernt.

Gerard van Swieten**: Gerard van Swieten, deutsch auch Gerhard von Swieten, ab 1753 Freiherr van Swieten (* 7. Mai 1700 in Leiden; † 18. Juni 1772 in Hietzing beim Schloss Schönbrunn/Wien), war ein Mediziner niederländischer Herkunft, Leibarzt und Reformer in der Zeit der Aufklärung.

Auf seine Initiative gehen die Einrichtung eines botanischen Gartens, eines Theatrum anatomicum, eines chemischen Labors und die Einführung des klinischen Unterrichts zurück. Die Summe seiner Aktivitäten machte ihn zum Gründer der Älteren Wiener Medizinischen Schule. Zu seinen Schülern gehörte Leopold von Auenbrugger.

Besonders wichtig ist die Rolle van Swietens im Kampf der Aufklärer gegen den „Aberglauben“, insbesondere im Fall der Vampire, von denen ab etwa 1720 immer wieder aus Dörfern in Südosteuropa berichtet wurde.

Im Frieden von Passarowitz nach dem Ende des Türkenkrieges 1718 waren einige Regionen – zum Beispiel Nordserbien und ein Teil Bosniens – Österreich zugefallen. Diese Landteile wurden mit Flüchtlingen besiedelt.

Sie erhielten den Sonderstatus abgabefreier Wehrbauern. Als Gegenleistung hatten sie für die landwirtschaftliche Erschließung sowie für die Grenzsicherung zu sorgen. Über diese Siedler gelangten die Vampirberichte erstmals in den deutschsprachigen Raum.

Maria Theresia sandte Gerard van Swieten im Jahre 1755 nach Mähren, um die dortige Vampirlage zu klären. Er selbst bezeichnete den Vampirmythos als „Barbarei der Unwissenheit“, die er unbedingt mit allen Mitteln ausmerzen wollte. Er untersuchte die angeblichen Vampirfälle gründlich und verfasste zu diesem Thema einen nüchternen Bericht, der unter dem Titel Abhandlung des Daseyns der Gespenster veröffentlicht wurde und bei dem er natürliche Ursachen als Erklärung für den Vampirglauben heranzog.

So führte er den ungewöhnlichen Zustand der als angebliche Vampire exhumierten Leichen, die zum Teil aus dem Mund tretendes Blut, füllige Leiber oder rosige Haut aufwiesen, auf natürliche Ursachen zurück: auf Gärungsprozesse sowie Luftmangel, der die Verwesung verhinderte.

In der Vorrede seines Berichtes von 1768 schrieb er, „daß der ganze Lärm von nichts andern herkömme, als von einer eitlen Furcht, von einer aberglaubischen Leichtglaubigkeit, von einer dunklen und bewegten Phantasey, Einfalt und Unwissenheit bei jenem Volke.“

Andere Mediziner stützten seine Theorie oder identifizierten andere Ursachen für das vermehrte Sterben in den Dörfern, zum Beispiel Seuchen. Somit zählte van Swieten wohl zu den wichtigsten Kämpfern gegen den Aberglauben des „einfachen“ Volkes.

Aufgrund seines Berichtes erließ Maria Theresia einen Erlass, der alle traditionellen Abwehrmaßnahmen gegen Vampire wie das Pfählen, Köpfen und Verbrennen verbot.

Van Swieten war eine Vorlage für Bram Stokers Romanfigur des Vampirjägers Van Helsing in seinem berühmten Roman Dracula.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerard van Swieten

Buchtipp

Vampyrismus
von Gerard van Swieten
Vero Verlag
Taschenbuch: ‎ 40 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3956107566

Buchzitat: Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch Magia Posthuma, oder Zauberey der Abgestorbenen, genennet. Die Vampyren aber sind verstorbene Menschen, welche zuweilen später, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen, den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthüren ungestüm anklopfen, Getöse im Hause erwecken, und öfters gar den Tod verursachen sollen. Nachdruck der Abhandlung über Vampirismus aus dem Jahr 1768.

Buchtipp:

Maria Theresia: Die große Habsburgerin
von Franz Herre
Piper Taschenbuch
Taschenbuch: ‎ 384 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3492242134

Buchzitat: Als Nachfolgerin ihres 1740 gestorbenen Vaters Karl VI. übernahm Maria Theresia (1717–1780) als Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und von Böhmen die Herrschaft über die Länder des Hauses Habsburg, und als Gemahlin des Römisch-Deutschen Kaisers Franz I., eines Lothringers, wurde sie Kaiserin.

Franz Herre, Autor erfolgreicher historischer Biografien, versetzt uns in das Zeitalter Maria Theresias. Facettenreich schildert er den Lebensweg der lebenslustigen Erzherzogin zur Monarchin, Landesmutter und konservativen Reformerin.

 

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